Indisches Studenten-Leben in Chemnitz: Von Tradition bis Integration

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  • ℹ️ Published 2 years ago
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In Chemnitz lebt eine der größten indischen Communitys Ostdeutschlands. Ganze 8% von insgesamt 10.389 Studierenden der TU Chemnitz kommen aus Indien.
Spricht man allerdings von Chemnitz, geht es leider häufig um Rassismus, Nazis oder Ausschreitungen. An Menschen indischer Herkunft denken bei der Stadt vermutlich die wenigsten sofort.
Es gibt indische Supermärkte, Gebetshäuser der Sikhs und Sportveranstaltungen wie das in Indien beliebte Spiel Cricket. Wie viele ihrer Traditionen leben die Inder:innen in Deutschland? Hat das Kasten-System, das 1949 zwar offiziell abgeschafft wurde, aber noch heute Anwendung findet, Auswirkungen auf die indische Community in Chemnitz?
Reporterin Mira Brünner fährt zurück in die Stadt, in der sie studiert hat und will erfahren, warum sie als weiße deutsche Studentin kaum Berührungspunkte mit der indischen Community hatte. Ein Wochenende lang taucht sie in den Alltag von Menschen aus Indien ein und stößt dabei auch auf unerwartete Konflikte innerhalb der indischen Community.
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Reporterin: Mira Brünner
Schnitt: Ma Raab
Kamera: Antonia Lilly Schanze, Adrian Duraj
CvD: Julia Rehkopf
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Musik aus dem Film:

Alt-J – Deadcrush // Broken Bells – The Ghost Inside // Asian Dub Foundation – Rebel Warrior // Metronomy – The Bay // Asian Dub Foundation – Modern Apprentice
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Wir sind das Y-Kollektiv! - ein Netzwerk von jungen JournalistInnen. In unseren Web-Reportagen zeigen wir die Welt, wie wir sie erleben. Recherche machen wir transparent.
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► #ykollektiv gehört zu #funk:
► Eine Produktion der sendefähig GmbH

💬 Comments
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Hallo liebe Community, wie ist es in Euren Freundeskreisen? Habt Ihr das Gefühl, dass Integration im Alltag funktioniert?

Author — Y-Kollektiv

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Einer der wichtigsten Aspekte der Sikhs wurde weggelassen: die Ablehnung des Kastensystems, daraus ist die Sikhi ja erst entstanden.
Generell hätte man mehr auf das ganze Thema eingehen können, positiv war aber durchaus die Erwähnung des Völkermords an den Sikhs in den 80ern und 90ern.
Eine weitere Doku/Fortsetzung würde mich freuen, da die Sikhs zwar eine Minderheit sind aber dennoch mittlerweile die fünftgrößte Weltreligion sind. Trotz allem sind die Sikhs und ihre Erscheinung regelmäßig mit Vorurteilen konfrontiert, eure Doku hat dem einen oder anderen vielleicht einen guten Einblick gegeben.

Author — Ein Mensch

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Finde es extrem toll mal eine Reporterin mit einem guten Englisch zu haben! :D

Author — Krische zockt

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Was lese ich hier... Chemnitz. Meine Heimat😍
Ich finde es auch super schade, dass es keinen Austausch zwischen den indischen Studenten und den deutschen Studenten gibt. Ist mit den chinesischen Studenten genau das gleiche. In dem Beitrag lerne ich mehr über die indischen Studenten als in den letzten 6 Jahren an der TU Chemnitz. Sehr traurig ..

Author — Sunny B

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Bin selber inder und sikh und echt überrascht das die konflikte aus den 80 er angesprochen wurde. Und auch auf die unterschiedlichem grurppierungen in indien hingewiesen wurde, da man das aus so 0815 dokus gar nicht kennt.
Aber leider wurde das ganze nur sehr oberflächlich behandelt wünsche mir einen längeren 2ten teil.

Author — GSD GSD

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Ich habe mal über eine Dating Plattform eine Inderin aus Chemnitz kennengelernt. Wir sind sogar zusammen gekommen und haben für eine Weile zusammen gelebt. Vor Corona sind wir sogar nach Indien geflogen und haben dort ihr Familie besucht. Natürlich konnten wir der Familie nicht erzählen das ich ihr Fester Freund bin. Somit stellte ich mich als Arbeitskollege und guten Freund vor. Die Familie hat das so akzeptiert und waren sehr nett und gastfreundlich. Es ist wirklich eine ganz andere Welt dort drüben. So viele gesellschaftliche Hindernisse die wir uns nicht vorstellen können. Es wird sich an so viele alten Regeln gehalten, um gar nicht erst in den Spott der Nachbarn zu geraten. Es ist dort sehr wichtig einen guten Ruf zu haben. Viele haben angst von der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden. Somit hat es auch uns getroffen. Ihre Familie hätte nie einen weißen Europäer als zukünftigen Mann akzeptiert und so mussten wir uns leider trennen. Ihr hätte noch zur Wahl gestanden sich von der Familie los zu sagen und einfach den Regeln trotzen. Das hättet dann aber zur Folge, das sie von der Familie verstoßen werden würde. Ich selber hätte sie auch nie dazu zwingen können. Nicht mit guten Gewissen. Wir sind trotzdem noch im Kontakt und musste ihr auch gleich das Video hier schicken. Sie hat auf jeden Fall einige Freunde wiedererkannt.

Naja das war meine kurze Geschichte zu der indischen Kultur aus Chemnitz.

Author — Skulblacka

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respekt dafür :) ich finde menschen immer mega sympatisch wenn sie nicht "nur" tolerant sind sondern sich von sich aus für andere kulturen intressieren. wenn man so ein offenes mindset hat wie die junge frau im beitrag macht man sehr viel intressante erfahrungen.

Author — Der Manni

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Die Interviewpartner sind ja alle mega sympathisch. :)

Ich hab im Kollegenkreis (natürlich in der IT :D) viele Menschen kennen gelernt, die in Indien geboren und aufgewachsen sind. Mich hat es sehr überrascht, als ich erfahren habe, dass sie untereinander am liebsten Englisch sprechen, weil sie unterschiedliche indische Sprachen beherrschen. Ich habe durch die Arbeit gemerkt, dass ich vorher wirklich sehr wenig über deren Kultur wusste, und wie stark unterschiedlich die in verschiedenen Regionen des Landes ist. Im Kollegium ist das aber immer ziemlich harmonisch abgelaufen, und ich hab mich immer gefreut was Neues dazu zu lernen.

Author — V123

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Für mich, als jemand der gerade in Chemnitz selber studiert und lebt, ist die Reportage sehr spannend und beantwortet ein paar fragen die ich mir selber auch schon gestellt habe. Danke dafür.

Author — Fiskben

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Wir waren letztes Jahr im goldenen Tempel in Amritsar (einer der wichtigsten Tempel der Sikhs) und selten haben wir so viel Gastfreundlichkeit und Nächstenliebe Erfahren! Schön wenn solche Werte mit nach Deutschland gebracht werden!

Author — What´s NEXT?!

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Ich war für 3 Jahre auf einer Internationalen Schule mit Leuten von 70 verschiedenen Ländern. Mir ist dabei Bewusst geworden dass es individuell gesehen keine Unterschiede zwischen Menschen gibt, Leute haben unterschiedliche Politische Meinungen, Glauben und Charakter egal woher sie kommen. Erst wenn man eine ganze große Gruppe hat kann man kulturelle Unterschiede feststellen.

Author — Ya nu Sanders

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Ich bin ganz froh, dass meine Eltern, die aus Sri Lanka geflüchtet sind und sowohl arrangierte Ehen als auch das Kastensystem erleben mussten, mir andere Werte mitgegeben haben. Ich respektiere die Kultur, weil es Teil meiner Identität ist und es auch großartige Aspekte gibt, aber meine Eltern haben sich sehr integriert und haben mich daher sehr liberal aufgezogen. Deshalb finde ich es interessant, die Reportage zu sehen, da auch ich, trotz einiger Gemeinsamkeiten, gar keinen Bezug habe (obwohl ich Informatik auf Lehramt studiere 😄) und was natürlich daran liegt, dass dies immer noch zwei verschiedene Staaten sind mit soooo viel verschiedenen Kulturen sind 😊

Author — Tallenna

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Coole und interessante Dokumentation. Hat mir sehr gut gefallen.
Hätte mich interessiert, ob die Indische Community ein Interesse daran hat mehr in die Gesellschaft integriert zu werden oder ob sie eher für sich bleiben wollen.

Author — Theo Herzog

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Super interessantes Thema und gute Reportage. Ich würde mir noch ein detaillierteres Video über die indischen Kasten und Religionen wünschen. :)

Author — Nyan Cat

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Ich wohne auch in Chemnitz, habe aber nicht studiert. Meine Kontakte beschränken sich daher auf die indischen Ferienarbeiter, welche bei uns im Sommer aushelfen. Der Beitrag war echt klasse, schön seine Heimat mal aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

Author — Arragon97

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Danke für den Einblick, gerade in die Sikh Religion und das Kastensystem. Mich würde ein ganzes Video nur über die Sikh Religion sehr interessieren! Zusätzlich hätte es mich gefreut wenn man mehr auf das ursprüngliche Thema eingegangen wäre: Was sind denn die Gründe für die wenigen Berührpunkte der indischen und deutschen Studierenden bzw. wie kommt es dazu (abgesehen von der Sprache) dass in einem Kurs nur vier Deutsche sind und dafür in anderen Kursen kaum Inder? Auch ein wenig mehr Reflektion bezüglich wieso die indischen Gemeinschaften eher für sich sind, denn das liegt meist nicht nur an einer Gruppe - zeigen evtl. auch Deutsche in Chemnitz zu wenig Interesse oder sind zu voreingenommen um Inder in ihre Kreise zu integrieren oder sich selbst einfach mal vorzustellen? Das sind Fragen, die meiner Meinung nach sehr wichtig wären.

Kleiner Funfact
Eine Freundin von mir hat bis vor Kurzem noch direkt gegenüber vom indischen Laden gewohnt😆

Author — kaorisity

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Tolles Thema, was man mal wieder im Alltag gar nicht so auf dem Radar hat 🤗

Author — Sarah Kühne

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Ich bin sehr lange mit einer Freundin, die eine sikh ist sehr gut befreundet. Ich empfinde die Gemeinde der sikh als sehr friedvoll und herzensgute Menschen.
Ein sehr guter Bericht.

Author — eHørnchen OnTour

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Interessante Reportage! Mich hätte noch interessiert, wie viele der indischen Studierenden nach ihrem Master zurück in ihre Heimat ziehen. Vielleicht ist dann auch Motivation sich zu integrieren nicht so groß und es ist einfacher in der Community zu bleiben.

Author — Mia B

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Ich hab „nur“ in Holland studiert und ebenfalls auf englisch. In meinem Studiengang waren auch keine Holländer und so war ich direkt in der Blase der ausländischen Studenten - sowas geht schnell. Ich UBE zwar mittlerweile holländische Freunde aber wenn man es einfach so laufen lässt, dann ist es sehr einfach in der Blase zu bleiben.

Author — Miss Mojo