Veste Otzberg

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Knapp 25 Kilometer südöstlich von Darmstadt liegt die 1231 urkundlich erstmals erwähnte Veste Otzberg auf einem Basaltkegel des Vorderen Odenwaldes. Der ovale Grundriss des Baus entspricht der Form des Berges. Errichtet wurde die Anlage nach 1220 durch die Reichsabtei Fulda, wechselte in den folgenden Jahrhunderten aber mehrfach den Besitzer. In der von Klein- und Kleinststaaterei geprägten Region diente sie je nach Herrschaftsverhältnissen auch dem Pfalzgrafen bei Rhein und den Grafen von Hanau als Festung zur Sicherung ihrer Macht und Besitzungen. Das Wort „Veste“ stammt von dem mittelhochdeutschen Begriff „veste“ für „fest“ ab und bedeutet nichts anderes als Festung. Im Unterschied zu Burgen, die von der Besitzerfamilie bewohnt wurden, war Otzberg von Burgmannen besetzt, die von der jeweiligen Herrschaft mit der Sicherung und Verteidigung der Burg betraut waren. Bis zum Beginn des 30-jährigen Krieges 1618 war die Veste Otzberg mehrfach erweitert und ausgebaut worden. Gegen die Belagerung durch Truppen der katholischen Liga konnte die Festung nicht standhalten, ihre Besatzung kapitulierte 1622. Ab 1803 gehörte die Burg endgültig zu Hessen-Darmstadt, ihre Gebäude dienten als Kaserne und Staatsgefängnis. 1826 wurden zahlreiche Bauten abgebrochen, die Festung verfiel.

Der markanteste Bau der Burg ist ihr gedrungener Bergfried, der bei 17 Meter Höhe, einen Durchmesse von 10 Metern hat. Nach oben verjüngt er sich leicht. Diese Form und der helle Verputz brachten ihm im Volksmund den Namen „Weiße Rübe“ ein. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein herrlicher Blick in den Landkreis Darmstadt-Dieburg, an klaren Tagen kann man bis nach Frankfurt und in den Taunus schauen. Der Bergfried ist heute das einzige Gebäude, das noch aus der Zeit der Erbauung der Veste stammt. Er war von einer Ringmauer umgeben, die immer wieder erweitert wurde. Etwas jünger ist der mindestens 50 Meter tiefe Brunnen, der ins 14. Jahrhundert zurückgeht.

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die innere Mauer verstärkt - ein Wappen des Pfalzgrafen bei Rhein an ihrer Nordseite trägt die Jahreszahl 1518. Im ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhundert wurde die äußere Ringmauer errichtet. Beide Mauen sind durch den Torbau miteinander verbunden.